Disziplinen

Disziplinen

Im traditionellen Taekwon-Do existieren, anders als beim wettkampforientierten TKD, vier grundlegende Disziplinen,
die alle auf derselben Basis von Grundtechniken beruhen, aber unterschiedliche Aspekte des Taekwon-Do behandeln.

So konzentriert sich das sogenannte Hosinsul, die Selbstverteidigung im eigentlichen Sinne, auf die Abwehr von Angriffen,
wie sie im realen Leben vorkommen könnten. Der Bruchtest dagegen soll die Effektivität einer ausgeführten Technik beweisen;
er ist für den uneingeweihten Zuschauer der wohl spektakulärste Teil bei einer Kampfsportgala.

Beim Formenlauf ( “Hyong“) wird eine Abfolge von Techniken gezeigt, die mit steigendem Können des Schülers immer komplexer wird.

Das Taeryon schließlich ist der Zweikampf, der von einer abgesprochenen Form bis zum Freikampf reicht,
wie man ihn vielleicht schon im Sportfernsehen betrachten konnte.

Alle diese Disziplinen werden in einem traditionellen Dojang ( = Trainingsraum, aber auch Verein,
wörtlich übersetzt: “Ort der Erleuchtung”) gelehrt, und der Schüler, der seinen nächsten Gürtel erhalten will,
der muss sich in all diesen verschiedenen Formen des traditionellen  TKD beweisen.

Etwas, das zu allen Disziplinen des Taekwon-Do unausweichlich dazugehört, ist das sogenannte “Kihap“, der Kampfschrei der Taekwondoka.
Er dient verschiedenen Zwecken. Als erstes schüchtert er einen potentiellen Gegner wirkungsvoll ein.

Ein Angreifer wird es sich zweimal überlegen, ein vermeintliches Opfer anzugreifen, das plötzlich lauthals schreit;
zum einen zieht dies unangenehme Aufmerksamkeit auf sich, zum anderen zeigt der Schrei, dass er sich in seinem Opfer getäuscht hat
und es vielleicht doch nicht ganz so wehrlos ist… .

Nicht minder wichtig ist, dass der Kampfschrei eine Technik wesentlich effektiver werden lässt.
Denn beim Schreien wird Luft aus den Lungen gestoßen, die Bewegung wird schneller,
und der ganze Körper wird auf das Auftreffen vorbereitet.

Insbesondere beim Bruchtest spielt daher der Kampfschrei eine wichtige Rolle. Aber auch bei der Hyong kommt er vor.
Hier wird jeweils bei der letzten Technik einer Hyong ein Kampfschrei ausgestoßen, ohne den die Form wesentlich weniger eindrucksvoll wäre.

Eine weitere, aber sicherlich nicht die letzte positive Wirkung des Kampfschreis, ist der Ausdruck des Selbstbewusstseins, den dieser darstellt.
Ein eindrucksvolles, lautes Kihap ist ein Zeichen für ein starkes Selbstbewusstsein, hebt dieses aber auch noch zusätzlich.
Man kann sich regelrecht “Mut anschreien”. Dies wird jeder bestätigen, der bei einem Selbstverteidigungskurs richtig zu schreien gelernt hat.