Hosinsul

Hosinsul

Unter Hosinsul versteht man die eigentliche Selbstverteidigung im Taekwon-Do. Reale Angriffssituationen werden nachgestellt, wie sie im Alltagsleben vorkommen könnten, so zum Beispiel ein Würgeangriff, eine Umklammerung oder auch der berüchtigte “Schwitzkasten”.

Es gibt gegen diese Angriffe Verteidigungstechniken, die aber zum effektiven Einsatz in Fleisch und Blut übergehen müssen. Denn im Ernstfall kann nicht lange über eine Möglichkeit zur Verteidigung nachgedacht werden, man muss reflexartig handeln.

Daher kann das Hosinsul nicht oft genug geübt werden, um eine wirkungsvolle Abwehr realer Angreifer zu garantieren (dies ist natürlich nie 100prozentig möglich, es gibt immer Situationen, die nicht vorhersehbar sind).

Um einen schwarzen Gürtel im traditionellen Taekwon-Do zu erlangen, muss man sich unter anderem erfolgreich gegen Messer- und Stockangriffe verteidigen können.
Hierbei bedient man sich auch Hebel- und Wurftechniken, die auch im Judo oder im Aikido vorkommen.

Der allgegenwärtige Grundsatz bei der Selbstverteidigung ist das sogenannte Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Hierin wird festgelegt, dass eine angegriffene Person dem Angreifer nur so viel Schaden zufügen, wie dieser beabsichtigt hatte; sprich: nie härter verteidigen, als angegriffen wurde.

Bekommt man also nur eine Ohrfeige, ist es auf keinen Fall gerechtfertigt, dem “Gegner” , sofern man in so einer Situation überhaupt von Gegner sprechen kann, eine Rippe zu brechen oder Ähnliches.

Das Maximum dessen, was gerechtfertigt ist, wäre hier, dem Gegenüber ebenfalls eine Ohrfeige zu verpassen .

Wird man allerdings mit einem Messer oder Stock attackiert, dann liegt ein Angriff auf das Leben vor. In dieser Situation kann der Angegriffene, falls es nötig ist, den Angreifer sogar töten, um sein eigenes Leben zu schützen. Dies ist übereinstimmend mit dem sogenannten “Notwehrparagraphen” ,dem § 22 des Strafgesetzbuches. Sie können also mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass ein brutaler Schläger kein Taekwondoin ist, denn diese orientieren sich am Satz der Verhältnismäßigkeit vom ersten Training an.