Hyong

Ulchi Hyong

Die Hyong ist eine festgelegte Bewegungsabfolge. Sie ist eine Aneinanderreihung von Einzeltechniken,
die jede für sich und im Zusammenspiel mit den vorherigen und darauffolgenden Techniken korrekt ausgeführt werden muss.
Aber damit nicht genug; jede Technik müsste im Ernstfall wirklich einen Angriff abblocken bzw. einen Gegner ausschalten können.
Denn die Hyong ist vor allem ein Kampf, allerdings gegen imaginäre Gegner, die nur in der Vorstellung des Übenden existieren.
Daher ist eine Hyong nicht nur eine Herausforderung an die Koordination, sondern auch an die Konzentration.

Diese Form des Trainings wurde entwickelt, weil es in früheren Zeiten sehr riskant war, mit einem Partner zu trainieren,
denn hätte man ihn verletzt,
so war damals mit einer Blutrache zu rechnen.Um aber trotzdem kraftvolle Techniken üben zu können, wurden die Übungsformen eingeführt.Wir kennen im traditionellen Taekwon-Do 20 Hyongs, die die ursprünglichen ersten 20 von Choi-Hong-Hi entwickelten Formen sind.
Die später hinzugekommenen 4 Tuls zählen nicht mehr zu unserer Formenschule.Der Schüler beginnt mit Grundformen, die zur 1. Hyong hinführen.
Pro Farbgurt, den der Schüler erreicht, kommt eine Hyong hinzu, die mit steigendem Können des Schülers immer schwieriger und komplexer wird.
Hyong
Mit der 9. Hyong hat der Schüler dann das Level eines Schwarzgurtes erreicht.
Das bedeutet aber nicht, dass er perfekt wäre, im Gegenteil: er muss immer höhere Anforderungen an sich stellen.
Kein Taekwondoin ist perfekt, man kann immer etwas dazulernen und sich verbessern.
Jessi II
Die Hyongs sind größtenteils nach bekannten Persönlichkeiten aus der koreanischen Geschichte benannt und bei manchen hat auch das Diagramm und die Zahl der Techniken eine Bedeutung.So trägt beispielsweise die 6. Hyong den Namen Jung – Gun, nach einem Patrioten, der den ersten japanischen Generalgouverneur, Hiro-Bumi-Ito, tötete.Diese Hyong hat 32 Bewegungen, welche für das Alter An-Jung-Guns stehen, als er für sein Verbrechen hingerichtet wurde.Auf diese Weise wird ein Schüler auch mit der Geschichte Koreas konfrontiert und wird gezwungen, über den Tellerrand der westlichen Kultur hinauszublicken.Es kommt also auch hier die geistige Komponente des Taekwon-Do zum Tragen.
Diagramme und Bedeutungen

1. Hyong
Chong-Chi.
Chong-Chi steht für Himmel und Erde,
was auch durch die zwei Kreuze ausgedrückt werden soll;
Interpretation: Beginn der Menschheit (daher auch 1. Hyong).
Sie hat 19 Bewegungen.

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2. Hyong
Tan-Gun.
 Tan-Gun war der Legende nach der Gründer Koreas im Jahre 2333 v. Chr.
Die Hyong hat 21 Bewegungen.

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3. Hyong
To-San.
To-San ist ein Pseudonym für Ahn Ch´ang-Ho,
einem Patrioten des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die Hyong hat 24 Bewegungen.

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4. Hyong
Won-Hyo.
Dieser Mönch führte ca. 686 n. Chr. den Buddhismus in Korea ein.
Die Form hat 26 Bewegungen.

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5. Hyong
Yul-Gok
  Auch dies ist ein Pseudonym, diesmal für den “Konfuzius von Korea”,
Yi I, einem Philosophen.
Er wurde am 38. Breitengrad geboren,
daher hat die Hyong 38 Bewegungen.

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6. Hyong
Chung-Gun.
An Chung-Gun war ein Patriot, der durch die Ermordung des japanischen Gouverneurs Berühmtheit erlangte.
Bei seiner Hinrichtung war er 32 Jahre alt, daraus ergeben sich die
32 Bewegungen der Form.

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7. Hyong
T´oi-Gye Hyong.
 Unter diesem Namen war in Korea ein Schriftsteller und Gelehrter bekannt.
Die Hyong hat 37 Bewegungen,
welche sich auf seinen Geburtsort am 37. Breitengrad bezieht.

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8. Hyong
Hwa-Rang.
Dies ist der Name einer Jugendritterorganisation,
die maßgeblichen Einfluß auf die Einigung Koreas im Mittelalter hatte.
Die Form hat 30 Bewegungen.

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9. Hyong
Chung-Mu.
Chung-Mu´s richtiger Name war Yi Su-Sin.
Als Admiral Koreas ist er der Erfinder des ersten gepanzerten Kriegsschiffes, das ein Vorläufer eines U-Bootes war.
Nach 31 Bewegungen steht der Angriff mit der linken Faust
für seinen vorzeitigen Tod.

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Quelle Zeichnungen www.taekwondo.de