Taeryon

Taeryon20120917 Dojang Klaus und Klaus 052

Taeryon ist ebenfalls ein koreanischer Ausdruck und steht allgemein für “Kampf”. Es gibt verschiedene Formen des Kampfes, die von Stufe zu Stufe schwieriger wird. Da die Verletzungsgefahr für den Trainingspartner sehr hoch ist, muss beim Kampf strengste Disziplin herrschen. Außerdem wird vom fortgeschrittenen Schüler ein hohes Maß an Körperbeherrschung erwartet, um die Techniken nur ganz knapp vor dem Auftreffen auf das Ziel abzustoppen.

Die erste Art des Kampfes, die ein Schüler im traditionellen Taekwon-Do lernt, ist eine abgesprochene Variante. Hierbei übernimmt einer der beiden Trainingspartner die Rolle des Angreifers und signalisiert dem “Verteidiger”, das ein Angriff bevorsteht.

Dieser muss die Angriffstechnik, einen Fauststoß zum Kopf ( natürlich ohne wirklich zu treffen), wirkungsvoll abwehren und anschließend kontern. Nachdem er seine Techniken abgeschlossen hat, werden die Rollen getauscht.

Diese Art des Kampfes dient hauptsächlich dazu, die Vielfalt der Techniken zu demonstrieren, die ein Schüler beherrscht. Abhängig von der Zahl der Fauststöße des Angreifers nennt mann dise Disziplin:

Ilbo- (Ein-Schritt-), Ibo (Zwei-Schritt-), oder Sambo-Taeryon (Drei-Schritt-Kampf).

Den Grad des Fortschritts eines Schülers kann man unter anderem daran ablesen, wie dicht er seine Techniken am “Gegner” ausführen kann, ohne ihn zu treffen.

Die nächste Form des Kampfes ist der sogenannte Halbfreie Kampf (Ban-Chayo-Taeryon).
Er entsteht aus dem Sparring, bei dem immer abwechselnd Fußtechniken ausgeführt werden.

Beim halbfreien Kampf wird aber die Regelung gelockert, beide Partner dürfen sich frei im Raum bewegen und müssen nicht auf die Technik des anderen warten. Allerdings darf bei dieser Art des Kampfes immer noch nicht getroffen werden.

Beim Chayo-Taeryon (Freikampf) darf im traditionellen TKD schließlich ganz leicht getroffen werden, allerdings darf mit der Faust nicht zum Kopf geschlagen werden. Techniken unterhalb der Gürtellinie sind generell verboten. Beim Chayo-Taeryon ist äußerste Disziplin und Kontrolle vonnöten, sonst drohen Verletzungen, da keine Schutzkleidung getragen wird.

Allerdings kommt nur sehr selten eine ernsthafte Verletzung zustande, da die Kämpfenden im Normalfall bereits fortgeschrittene Schüler sind, die eine entsprechende Körperbeherrschung besitzen.