Geschichte

Geschichte

Die Geschichte des heutigen Taekwon-Do, die eng mit der Geschichte Koreas verbunden ist, reicht bis in das Jahr 2333 v. Chr. zurück.
In diesem Jahr wurde der Legende nach von Tangun ( daher der Name der 2. Hyong)Korea gegründet. Ca. 2 Jahrtausende später
haben sich die drei Königreiche Koguryo im Norden, Ge-Baek im Südwesten und Silla im Südosten der koreanischen Halbinsel gebildet.
Bald wird in allen drei Staaten der Buddhismus als Staatsreligion eingeführt.
Im 6. Jhdt. entsteht in Silla die sogenannte “Hwarang-do” Bewegung ( siehe 8. Hyong)
als Verteidigungsinstitution gegen die übermächtigen Nachbarn.

Die Mitglieder dieser Jugendorganisation werden sowohl in den Kampfkünsten
als auch in der Philosophie des Zen – Buddhismus geschult und reifen schon bald zur Elite Koreas heran.
Somit erlangen auch die alten Künste der Selbstverteidigung wie z.B. Taekyon Bedeutung.

668 n. Chr. gelingt es Silla mit Hilfe Chinas die koreanische Halbinsel unter seiner Herrschaft zu vereinen. Doch schon Ende des 9. Jhdt. zerfällt dieses Reich wieder, und aus den anschließenden Wirren geht das Königreich Koryo (aus diesem Namen wird später das heutige Korea abgeleitet)
als Sieger hervor, das das Erbe Sillas antritt.Im elften Jahrhundert wird ein Schutzwall zur Verteidigung gegen China gebaut, was eine 200jährige Friedenszeit für Koryo zur Folge hat.

Schließlich gerät das Land nach einer Periode der Mongolenherrschaft in eine Krise,
in der die herrschende Dynastie abgelöst wird.

In der folgenden Zeit werden umfangreiche Reformen im Staatssystem durchgeführt, und die Kampfkünste verlieren an Ansehen unter der Bevölkerung. Die Kampfkünste werden nur noch von einer kleinen Elite praktiziert. Als dann 1910 Korea von den Japanern besetzt wurde, galt ein striktes Verbot: Kampfkünste dürfen nicht mehr ausgeführt werden.
Dies hat allerdings einen kontraproduktiven Effekt:
als Trotzreaktion werden die alten Künste weiter gepflegt.

Mit der Befreiung Koreas (1945) und der Gründung der beiden Staaten Nord- und Südkorea (1948) beginnt die bis heute andauernde Phase der Teilung Koreas.
Während des Koreakrieges wird Choi-Hong-Hi General der koreanischen Armee.
Er ist Träger des schwarzen Gürtels in Karate und entwickelt aus dieser japanischen Kampfsportart
und den alten koreanischen Kampfkünsten eine neue Art der Selbstverteidigung,
die er durch seinen hohen Rang in der Armee schnell verbreiten kann.

1955 erhält diese Verteidigungsart offiziell den Namen Taekwon-Do.
Ein Team aus koreanischen Großmeistern startet 1965 mit offiziellem Auftrag,
das Taekwon-Do in aller Welt zu verbreiten.

Es folgt eine Phase, in der die Landesverbände der bereisten Länder gegründet werden.
Nacheinander entstehen aus diesen Verbänden die International Taekwon-Do Federation ( ITF)
und die World Taekwon-Do Federation ( WTF). Heute sind mehr als 5 Mio. Mitglieder in diesen Verbänden organisiert.

Daran, dass es zwei konkurrierende Weltverbände und weitere unzählige Schulen gibt, zeigt sich, dass die Taekwon-Do Bewegung nicht einheitlich ist.
Auch muss man leider vorsichtig sein, was die Herleitung des Taekwon-Do
in den unterschiedlichen Deutungen dieser Verbände betrifft.

Das heutige Taekwon-Do ist also keine ur-koreanische Kampfkunst,
die dort schon seit Jahrhunderten so gelehrt wurde!
Nicht umsonst kann man die Ähnlichkeit zwischen Karate und Taekwon-Do vor allem bei den Handtechniken leicht erkennen.
Zwar kennt das Taekwon-Do wesentlich mehr Tritte und legt auch mehr Gewicht darauf,
dennoch sind Taekwon-Do, Karate und das chinesische Kung-Fu
(wie zumindest wir es aussprechen) Geschwister aus unterschiedlichen Ländern.

Dies ist leicht verständlich, wenn man sich vor Augen führt, wie und wann die asiatischen Kampfkünste entstanden.

Sicherlich hat jeder schon einmal von den berühmten Shaolin-Mönchen gehört, denn auch nur durch
(teilweise schlechte) Filme. Diese existierten tatsächlich, und trugen ihren Teil zur Verbreitung ihres Kampfstils bei, den sie entwickeln mussten, um in den gefährlichen Zeiten der Kriege zwischen den chinesischen Warlords vor dem ersten chinesischen Kaiserreich überleben zu können.

In späteren Jahren, der Hoch-Zeit Chinas, in der fast jeder asiatische Staat den chinesischen Einfluss spürte
verbreiteten sich nicht nur die chinesischen Kampfstile, sondern auch die Sprache. Diese Entwicklung im einzelnen aufzuzeigen, würde den Rahmen dieser Seite sprengen, aber eines kann man auf jeden Fall sagen:
all die verschiedenen Kampfkünste und -schulen, die es heute gibt,
sind nur unterschiedliche Facetten der ursprünglichen und allumfassenden Kampf- oder Kriegskunst (chin. Wu-Shu).

Daher ist es wohl überflüssig zu betonen, dass auch alle diese heutigen Stile nebeneinander existieren können, ohne dass einer ‘schlechter’ oder ‘besser’ wäre.