Graduierung

Graduierung

Man kann bei jeder Kampfkunst eine Farbenvielfalt beobachten, was die Gürtelfarben angeht. Das einzige, was alle diese Sportarten gemeinsam haben, ist der weiße und der schwarze Gürtel. Dazwischen aber liegen bei unterschiedlichen Stilrichtungen auch unterschiedlich viele Farbgurte, und auch die Anzahl der Dangrade unterscheidet sich. Hier soll nun das Graduierungssystem im Traditionellen Taekwon-Do anschaulich dargestellt werden. Der traditionelle Anzug im Taekwon-Do ist der Dobok, der bis zum Schwarzgurt weiß ist und bei Danträgern mit einem schwarzen Rand eingefasst werden darf.

Zur Graduierung sind technisches Können, sportliche Leistung und theoretisches Wissen nachzuweisen. Darüber hinaus ist das allgemeine persönliche Verhalten des Prüfungsteilnehmers maßgebend. Berücksichtigt werden physische Konstitution, das Alter und das Geschlecht in der Wahl der Partner, der Aufgabenstellung soweit wählbar und schließlich in der Bewertung. Zum Bestehen der Prüfung muss über alle Disziplinen ein Mindestwert (Mittel) erreicht werden. Die Form darf bei vorzeitigem Abbruch (ohne Bewertung)  sowohl bei Kup- als auch bei Danprüfungen nur einmal wiederholt werden. K.O. Kriterium.

 
Jeder, der sein Training in einem Dojang beginnt, trägt zu Anfang (sofern er überhaupt einen Dobok besitzt) einen weißen Gürtel (10. Kup). Das Weiß symbolisiert die Unschuld des Anfängers. Nach seiner ersten bestandenen Prüfung darf sich der Taekwondoka dann einen gelben Streifen vorne um seinen weißen Gürtel binden ( 9. Kup, weiß-gelb).
Diese Stufe wird häufig übersprungen.
Der erste richtige Farbgurt ist dann der gelbe Gürtel (8. Kup). Die gelbe Farbe steht für den Samen, der in die Erde gepflanzt wurde, und somit für den Grundstein der Ausbildung des Schülers. Der 7. Kup ist dann der gelb-grüne Gürtel (=gelber Gürtel mit grünem Streifen).
Der grüne Gürtel (6. Kup) soll das Wachsen der Pflanze andeuten. Der Schüler hat jetzt schon einiges gelernt. Die letzte Anfängerstufe ist dann der grün-blaue Gürtel (5. Kup).
Mit dem blauen Gürtel (4.Kup) hat der Lernende das Stadium eines Fortgeschrittenen erreicht. Das Blau steht für den Himmel, dem sich unsere Pflanze nun entgegenstreckt. Es folgt der blau-rote Gurt (3. Kup).
Die Farbe Rot (.2. Kup) der nächsten Stufe zeigt dem Betrachter: “Achtung! Dies ist schon etwas Besonderes!” Sie steht aber auch für Gefahr, denn der Schüler muss sich mehr denn je bemühen, sein Können richtig zu gebrauchen und vorsichtig zu sein. Der letzte Schülergrad ist der rote Gürtel mit schwarzem Streifen (1. Kup). Der Schüler bereitet sich nun auf den schwarzen Gürtel vor.
Ab dem I. Dan schließlich ist der Gürtel schwarz. Diese Farbe vereinigt alle anderen Farben in sich und ist das Gegenteil von weiß. Offiziell hat ein Schwarzgurt den Status eines Lehrers (“Kyosah-nim”). Der Träger eines IV. Dan heißt schließlich Meister (“Sabum”). Ab dem V. Dan ist man Großmeister (“Sabonim”). Geprüft wird nur bis zum V. Dan, alle anderen Dangrade werden dann verliehen, denn die technische Ausbildung sollte bis dahin abgeschlossen sein. Von nun an kann sich der Meister nur noch geistig weiterentwickeln.
Es gibt im traditionellen TKD neun Dangrade.