Prinzipien

Tae Kwon Do

Das Taekwon-Do hat, wie die meisten ostasiatischen Kampfkünste,
auch einen geistig-philosophischen Hintergrund. Man kann das TKD nicht vollständig beschreiben,
ohne auch diese Gesamteinstellung darzustellen.Angenommen, sie fangen an, sich eingehender mit dem Taekwon-Do zu beschäftigen,
nachdem sie diese Seiten verschlungen haben. Sie suchen sich also einen Verein in ihrer Nähe und nehmen an der ersten Trainingseinheit teil. Das erste, was sie lernen werden, sind Grundstellungen.Sie werden die ersten 2 Wochen damit zubringen, in Bahnen hin und her zu laufen, und irgendwann werden ihnen mehrere Körperteile wehtun, von denen sie nicht mal wussten, dass sie existieren. Und dabei wollten sie doch nur lernen, wie man schnell mal jemanden umhaut, oder? Aber hier kommt die erste von vielen Tugenden des TKD zum Vorschein: die Geduld.

In dieser Phase gehen die ersten schon wieder, aber dieser Typ hätte das wahre Taekwon-Do auch nicht zu schätzen gewusst. Sie sind aber immer noch dabei, nicht wahr?
War ja klar, sie sind ja auch aus einem anderen Holz geschnitzt.

Jetzt sind sie schon ein paar Wochen dabei, und haben gelernt, wie man sich begrüßt,
wie man auf koreanisch zählt, und dass sie noch eine Weile brauchen werden, bis sie den Spagat beherrschen. Aber sie haben auch noch mehr mitbekommen: Man muss immer auf seinen Partner achtgeben, denn alleine läßt´s sich schlecht trainieren.

Und außerdem würde es ihnen auch nicht gefallen, wenn ihre Nase in engen Kontakt mit einem fremden Fuß tritt. Höflichkeit (Ye Ui) und Disziplin (Guk Gi, Selbstdisziplin) sorgen dafür, dass es im Dojang immer freundlich und ruhig zugeht und vermeiden somit Unfälle und dergleichen.

Anfangs wurde vielleicht noch etwas Rücksicht auf sie als Neuling genommen, aber irgendwann werden sie genau so gefordert wie der Rest. Und wenn sie dann schon bei der Aufwärmung schweißgebadet sind und noch 20 Liegestütze vor sich haben, ihre Arme aber schon am liebsten daheim auf den Sessellehnen wären, dann kommt es auf eine weitere Tugend an:

Selbstüberwindung (In Nae, Durchhaltevermögen). Mit anderen Worten: Sie lernen, den inneren Schweinehund zu überwinden. Und das bei jeder Trainingseinheit!

Und wenn sie dann ein paar Jahre dabei sind und einen blauen, roten oder gar schwarzen Gürtel ihr eigen nennen, dann werden sie feststellen, das sie sich stark verändert haben.
Ihre Haltung ist aufrechter, sie treten selbstbewusster auf, die Tugenden, die sie sich beim Training angeeignet haben, legen sie auch im “normalen” Leben an den Tag.

Vor allem werden sie herausfinden, daß sie mit ihren neuerworbenen Fähigkeiten nicht angeben müssen, sondern daß sie ihren Fortschritt nur an sich selbst messen können, und nicht am Urteil anderer. Und sie werden bemerken, dass das, was man im allgemeinen als Zivilcourage bezeichnet, jetzt bei ihnen viel ausgeprägter ist, als vor dem Taekwon-Do.

Diese Eigenschaft nennt man im traditionellen TKD auch  Unbezwinglichkeit ( Beakjul Boolgool). Spätestens jetzt stellen sie fest, dass das Taekwon-Do nicht nur eine Sportart ist, sondern eine Lebenseinstellung.

Geduld
 

 

 

Bescheidenheit

Geist und Körper trainieren

Gerechtigkeit

Höflichkeit